Warum interessiert sich die Forschung für die Fingerlänge?
Der Grund liegt nicht darin, dass die Hände angeblich „Geheimnisse“ über einen Menschen verraten.
Forscher untersuchen vielmehr die Frage, ob das Fingerlängenverhältnis mit bestimmten biologischen Faktoren während der Entwicklung im Mutterleib zusammenhängen könnte.
Eine häufig diskutierte Hypothese betrifft dabei die Wirkung von Sexualhormonen während der vorgeburtlichen Entwicklung. Ein niedrigeres 2D:4D-Verhältnis wird in der Forschung teilweise mit einer stärkeren pränatalen Androgenwirkung in Verbindung gebracht.
Allerdings ist dieser Zusammenhang komplex und erlaubt keine einfache Rückrechnung darauf, welchen Hormonspiegel ein bestimmter Mensch vor der Geburt hatte.
Was hat das mit Persönlichkeit zu tun?
Hier wird es besonders interessant – aber auch besonders wichtig, zwischen Forschung und Internetmythen zu unterscheiden.
Einige Studien haben Zusammenhänge zwischen dem 2D:4D-Verhältnis und bestimmten Verhaltensmerkmalen untersucht. Dazu gehören beispielsweise Aggressivität, Dominanz, räumliche Fähigkeiten oder sportliche Leistungen.